Persönliche Entwicklung

So nah und doch so fern

Liebe #######!

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne". Als ich diese Worte vor ein paar Wochen schrieb, hatte ich das erste Mal seit Langem das Gefühl, dass ich wieder bereit bin für mehr. Bereit dafür, mein Herz einer besonderen Frau zu öffnen und das Abenteuer, das Wagnis mit dem Namen "Liebe" wieder einzugehen.

Jede Stunde, die wir miteinander verbracht oder miteinander telefoniert haben, verging wie im Fluge. Wir konnten uns über Gott und die Welt unterhalten, über das Universum und den Tod, über unsere Familien und die Leidenschaften, die in uns schlummern. Und auch in den leisen, stillen Momenten habe ich eine Verbundenheit zwischen uns gespürt, die ihresgleichen sucht.

Es gibt so viele Parallelen zwischen dir und mir. So viele Gefühle, die wir teilen, so viele Unsicherheiten, die uns beide gleichermaßen beschäftigen. So viele Dinge, die uns beide zum Lachen bringen.

Doch neben all dieser Verbundenheit im Geiste war da noch etwas anderes. Etwas, was uns getrennt hat. Ganz von Anfang an habe ich dieses Objekt zwischen uns gespürt. Unsichtbar und dennoch vorhanden.
Egal wie sehr ich versucht habe, es mit logischen Erklärungen wegzurationalisieren oder zu verdrängen, es blieb immer zwischen uns bestehen.

Ich hatte gehofft, dass sich diese Distanz zwischen uns irgendwann einmal auflösen würde. Berührungen, so selbstverständlich in allen menschlichen Beziehungen, wurden für uns zum Hindernis. Die Sehnsucht und auch die Hoffnung nach Zeichen, irgendeinem Zeichen, dass du bereit dafür bist, mich zu berühren, blieb mir bis zum Ende. Leider vergebens.

So nah und doch so fern. So verbunden und dennoch getrennt.

Das Ende kam schnell. Nicht unerwartet, aber dennoch mit voller Wucht. Denn in diesem Moment manifestierte sich die Distanz, die ich die ganze Zeit davor schon gespürt hatte, zu etwas Konkretem, zu etwas Greifbarem.
Und auch wenn das sehr schmerzhaft war, brachte es gleichzeitig so viel Klarheit mit sich.

Ich bin dir für so vieles dankbar: für deine Offenheit, dein Lächeln, deine mitreißenden Geschichten, deine Präsenz, deinen Humor, deine Aufmerksamkeit. Für die besondere Zeit, die ich mit dir verbringen konnte. Und ganz besonders für die Klarheit, die du mir entgegengebracht hast!
Denn Gefühle lassen sich nicht erzwingen, das ist mir vollkommen klar.

Ich frage mich manchmal, ob wir als Paar funktioniert hätten? Wie hätten sich Berührungen zwischen uns angefühlt? Die Antworten darauf werde ich wohl nie erfahren.
Aber ich kann damit leben! Denn ich weiß, dass ein Ende auch immer Platz schafft für einen Anfang - dem dann wieder ein Zauber innewohnt.

Herzliche Grüße,
Dein Fabian


Foto: Fares Andre Revilo / Unsplash